Die Aufnahme nach dem Mix (EQ, Compressing, Panorama, Hall)

WAS BEDEUTET MIXING?

 

Mixing ("Mischen") ist vergleichbar mit einem Puzzle:

Die Puzzleteile sind die einzelnen aufgenommenen Spuren (Instrumente, Stimmen etc.). Diese sind noch ganz roh und nicht ausgefeilt. Im Mix besteht nun die Aufgabe darin diese Einzelteile zu einem Bild zusammenzusetzen das in sich stimmig ist und möglichst "authentisch" klingt.

 

Wie macht man das?

- Die einzelnen Spuren werden bezgl. der Lautstärke  in die         "richtigeRelationzueinander gesetzt, d.h. dass z.B. sich die   Hauptstimme vorne in der Mitte 

befindet und so laut ist dass man den Text gut versteht.

Diese Lautstärkenrelation zeichnet also ein  räumliches Bild

"von vorne nach hinten" > lauter = vorne, leiser = hinten

- Der Klang der einzelnen Spuren/Instrumente wird so bearbeitet dass sie möglichst  "natürlich" klingen und sich gleichzeitig gegenüber den anderen Instrumenten gut abzeichnen/durchsetzen. Das wird durch Equalizing (Bearbeitung des Klangspektrums) erreicht. Für besseres Durchsetzungsvermögen/Präsenz verwendet man Kompressoren (Limitierung der

Lautstärkenober- und untergrenze)

- Die Einzelspuren werden auf der Horizontalachse (also von links nach rechts)

angeordnet, dadurch konkretisiert man das räumliche Bild zusätzlich

(in Ergänzung zur Lautstärke, die die Ebenen von vorne nach hinten zeichnet)

- Jede Spur/jedes Instrument bekommt einen Hall - d.h. es klingt mehr oder

weniger stark im "virtuellen Hörraum" - dadurch ergibt sich im

Gesamteindruck (in Kombination mit der Lautstärkebalance und   der Panoramaanordnung) noch stärker ein "räumliches Hörbild"

 

Hier nun 2 Soundbeispiele um zu verdeutlichen was Mixing macht.

 

 

 

 

 

 

 

Die Originalaufnahme ohne jegliche Bearbeitung

Der Unterschied ist deutlich zu hören:

In der Originalaufnahme wirkt die Musik:

- "Flach", weil der Klang der Gitarren noch keine Konturen hat.

Manches geht unter bzw. ist zu leise weil die Lautstärkeunterschiede

innerhalb einer Spur zu gross sind

- Nicht räumlich, weil alle Spuren in der Mitte liegen

- Nicht räumlich, weil kein Hall verwendet wurde (es klingt wie wenn

das Stück im Freien gespielt würde)

 

Im Mix wirkt die Musik:

- Klar konturiert (EQ bzw. Klangbearbeitung)

- Man kann die beiden Gitarren voneinander unterscheiden weil sie rechts und 

links angeordnet sind - auch dadurch entsteht "Räumlichkeit"

- Es sind auch leise Töne der beiden Gitarren gut hörbar - das erreicht man durch Compressing und die Angleichung der Lautstärke in leisen/lauten Passagen ("Gain Riding")

- Durch den Hall befindet sich die Musik in einem "Raum" (dieser ist zwar nur eine Illusion aber diese funktioniert)

 

Zusammenfassend ist zu sagen dass der Mix für die klangliche und "musikalische Ebene" (d.h. dass die Musik so transportiert wird dass sie "richtig" bzw. "in sich stimmig" wirkt) sicherlich der entscheidendste Schritt ist. Hier kann man auf Details eingehen, einzelne Instrumente hervorheben etc.

 

Und mit 2 Irrtümern sei aufgeräumt:

1) Der Glaube dass man, wenn etwas beim Aufnehmen (Recording) nicht gut klingt oder gespielt ist, das im Mix "ausbessern" kann. Im Mix kann man höchtens versuchen etwas zu kaschieren aber man verbessert nicht die Qualität der Musik.

2) Dass man einzelne Details (Instrumente) die im Mix noch nicht optimal sind dann beim Mastering verbessern kann - ein Irrglaube: Das Mastering fokussiert vin erster Linie auf den Gesamtsound und erst danach auf Details.